Die Versorgungssicherheit mit Gas ist aktuell gewährleistet

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am Donnerstag, den 23.06.2022, die zweite Stufe des Notfallplan Gas, die Alarmstufe, ausgerufen. Die Alarmstufe ändert für die Belieferung der Bürgerinnen und Bürger Velberts nichts – kurzfristig sind keine Versorgungsengpässe zu erwarten. Dies gilt gleichermaßen für die Industrieunternehmen in Velbert. Die Gasversorgung in Deutschland ist aktuell weiterhin gewährleistet. Nichtsdestotrotz sind Bürgerinnen und Bürger sowie Industrie weiterhin zum Energiesparen aufgerufen.

Im Rahmen der Alarmstufe bereiten sich das von der Bundesregierung einberufene Krisenteam und die Energiewirtschaft mit allen Kräften auf eine etwaige Gasmangellage vor. Auch die Stadtwerke Velbert sind diesbezüglich als Netzbetreiber intensiv tätig und im permanenten Austausch mit den verantwortlichen Stellen.

Aufgrund des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine und den damit verbundenen Unsicherheiten der Gaslieferungen aus Russland hat Deutschland zuvor bereits am 30. März 2022 die Frühwarnstufe in Kraft treten lassen.

Fragen und Antworten

 

Was ist der Notfallplan Gas?

Der Notfallplan Gas basiert auf einer EU-Verordnung von 2017, die Maßnahmen festlegt, um die Gasversorgung zu sichern. Darin sind drei Stufen festgelegt:
(1) Frühwarnstufe
(2) Alarmstufe
(3) Notfallstufe

Im Falle etwaiger Versorgungsengpässe greifen gesetzlich geregelte Notfallpläne. Im Notfallplan Gas sind grundsätzlich Haushaltskunden, soziale Dienste und Einrichtungen (Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime) sowie kleine und mittlere Unternehmen aus dem Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen besonders geschützt. Ihrer Energieversorgung wird oberste Priorität eingeräumt. 

Welche Aktionen erfolgen in der Frühwarnstufe?

In dieser Phase wurden reine Vorsorgemaßnahmen getroffen, Einschränkungen der Energienutzung für bestimmte Zielgruppen (durch den Staat) fanden nicht statt. Die organisatorischen Maßnahmen wurden in dieser Stufe von Gashändlern und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber umgesetzt, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten. Dazu gehören beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher oder die Optimierung von Lastflüssen. 

Was verbirgt sich hinter dem einberufenen Krisenteam?

Mit dem Ausrufen der Frühwarnstufe wurde ein Krisenteam eingesetzt, das die Versorgungslage fortlaufend analysiert und bewertet. Dazu gehören Mitarbeitende des Wirtschaftsministeriums sowie der Bundesnetzagentur, des Marktgebietsverantwortlichen Gas, der Fernleitungsnetzbetreiber sowie der Bundesländer. Es soll auf Basis der täglichen Meldungen der Fernleitungsnetzbetreiber und des Marktgebietsverantwortlichen die Entwicklung der weiteren Situation am Gasmarkt beobachten und das Ministerium beraten. 

Was passiert, wenn Russland nun seine Energielieferungen einstellt?

Für die kommenden Wochen und den Sommer könnten wir dank der bereits ergriffenen Vorsorgemaßnahmen auf russisches Gas verzichten. Um im kommenden Winter die Versorgung weiter zu gewährleisten, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Es gilt: Je mehr im Frühjahr und Sommer verbraucht wird, desto schwieriger wird die Lage im Winter. Umgekehrt: Je mehr man jetzt Energie spart, desto besser kommen wir durch den Winter. Daher ist jeder Gasverbraucher gehalten, so viel Energie wie möglich einzusparen.

Was passiert in der Alarmstufe?

Auch in der Alarmstufe kümmern sich die Marktakteure noch in Eigenregie um eine Entspannung der Lage. Auch hier können die in Stufe 1 genannten Maßnahmen von den Marktakteuren ergriffen werden. Dazu gehören wiederum beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher, die Optimierung von Lastflüssen oder die Anforderung externer Regelenergie.

Notfallstufe: Was passiert, wenn sich die Lage extrem verschärft?

Sollte sich die Situation verschärfen, müsste nach dem Notfallplan Gas in der dritten Stufe die Bundesnetzagentur über hoheitliche Maßnahmen wie Abschaltmaßnahmen entscheiden. Aber auch dann wären die privaten Haushalte, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt und erhielten weiterhin vorrangig Erdgas. Es wäre außerdem vorgesehen, dass Industrie- bzw. Großkunden aufgefordert werden, ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Erst in einem weiteren Schritt würden dann bestimmte Großkunden, wie etwa Industriebetriebe, vom Netz genommen.

Werden die Gaspreise weiter steigen?

Durch unsere langfristige Einkaufsstrategie können wir unseren Kunden heute vergleichsweise niedrige Preise fürs Gas bieten. Wie sich allerdings die Gaspreise in den nächsten Jahren angesichts der weltpolitischen Geschehnisse entwickeln, können wir heute noch nicht sagen.

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