Die Versorgungssicherheit mit Gas ist aktuell gewährleistet

Ausgelöst durch den Krieg sorgen sich die Menschen in Deutschland mehr denn je um die Versorgungssicherheit mit Energie. Gas steht dabei besonders im Fokus, weil rund 55 Prozent des in Deutschland verbrauchten Gases aus Russland stammt.

 

Bitte finden Sie anbei einige Informationen zur aktuellen Lage. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen können Inhalte kurzzeitig nicht mehr auf dem neusten Stand sein. Es kann jederzeit zu Überarbeitungen kommen. Wir werden Sie dazu auf dem Laufenden halten.

Aufgrund des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine und den damit verbundenen Unsicherheiten der Gaslieferungen aus Russland hat Deutschland vorsorglich die Frühwarnstufe des Notfallplan Gas für die Gasversorgung Deutschlands ausgerufen. Dies geschieht, um die Versorgung mit Erdgas auch nach einem angedrohten Lieferstopp zu gewährleisten.

Die ausgerufene Frühwarnstufe ändert für die Belieferung unserer Velberter Kundinnen und Kunden nichts – kurzfristig sind keine Versorgungsengpässe zu befürchten. Die Gasvorräte sind für diesen Winter und die Sommermonate ausreichend, für die nachfolgende Heizperiode 2022/23 müssen jedoch bereits heute Vorkehrungen getroffen werden.

Im Rahmen der Frühwarnstufe werden vom – durch die Bundesregierung einberufenen – Krisenteam und der Energiewirtschaft alle Voraussetzungen geschaffen, sich auf die Lage einzustellen. Auch wir als Netzbetreiber sind tätig: Wir bereiten uns noch intensiver auf eine etwaige Gasmangellage vor.

Fragen und Antworten

Was ist der Notfallplan Gas?

Der Notfallplan Gas basiert auf einer EU-Verordnung von 2017, die Maßnahmen festlegt, um die Gasversorgung zu sichern. Darin sind drei Stufen festgelegt:
(1) Frühwarnstufe
(2) Alarmstufe
(3) Notfallstufe

Sowohl die Bundesregierung als auch die Energiewirtschaft gehen davon aus, dass durch die bereits eingeleiteten Maßnahmen Versorgungsengpässe vermieden werden können. Dennoch greifen im Falle etwaiger Versorgungsengpässe gesetzlich geregelte Notfallpläne. Im Notfallplan Gas sind grundsätzlich Haushaltskunden, soziale Dienste und Einrichtungen (Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime) sowie kleine und mittlere Unternehmen aus dem Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen besonders geschützt. Ihrer Energieversorgung wird oberste Priorität eingeräumt.

Warum wurde die Frühwarnstufe ausgelöst?

Die Frühwarnstufe kann ausgerufen werden, wenn es konkrete, ernst zu nehmende und zuverlässige Hinweise auf ein mögliches Ereignis gibt, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt. Die Androhung Russlands, die Gasversorgung einzustellen, ist ein derartiges mögliches Ereignis.

Welche Aktionen erfolgen in der Frühwarnstufe?

In dieser Phase werden reine Vorsorgemaßnahmen getroffen, Einschränkungen der Energienutzung für bestimmte Zielgruppen (durch den Staat) finden nicht statt. Die organisatorischen Maßnahmen werden in dieser Stufe von Gashändlern und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber umgesetzt, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten. Dazu gehören beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher oder die Optimierung von Lastflüssen.

Was verbirgt sich hinter dem einberufenen Krisenteam?

Mit dem Ausrufen der Frühwarnstufe wurde ein Krisenteam eingesetzt, das die Versorgungslage fortlaufend analysiert und bewertet. Dazu gehören Mitarbeitende des Wirtschaftsministeriums sowie der Bundesnetzagentur, des Marktgebietsverantwortlichen Gas, der Fernleitungsnetzbetreiber sowie der Bundesländer. Es soll auf Basis der täglichen Meldungen der Fernleitungsnetzbetreiber und des Marktgebietsverantwortlichen die Entwicklung der weiteren Situation am Gasmarkt beobachten und das Ministerium beraten.

Was passiert, wenn Russland nun seine Energielieferungen einstellt?

Für die kommenden Wochen und den Sommer könnten wir dank der bereits ergriffenen Vorsorgemaßnahmen auf russisches Gas verzichten. Um im kommenden Winter die Versorgung weiter zu gewährleisten, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Es gilt: Je mehr im Frühjahr und Sommer verbraucht wird, desto schwieriger wird die Lage im Winter. Umgekehrt: Je mehr man jetzt Energie spart, desto besser kommen wir durch den Winter. Daher ist jeder Gasverbraucher gehalten, so viel Energie wie möglich einzusparen.

Was passiert in der Alarmstufe?

Auch in der Alarmstufe kümmern sich die Marktakteure noch in Eigenregie um eine Entspannung der Lage. Auch hier können die in Stufe 1 genannten Maßnahmen von den Marktakteuren ergriffen werden. Dazu gehören wiederum beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher, die Optimierung von Lastflüssen oder die Anforderung externer Regelenergie.

Notfallstufe: Was passiert, wenn sich die Lage extrem verschärft?

Sollte sich die Situation verschärfen, müsste nach dem Notfallplan Gas in der dritten Stufe die Bundesnetzagentur über hoheitliche Maßnahmen wie Abschaltmaßnahmen entscheiden. Aber auch dann wären die privaten Haushalte, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser besonders geschützt und erhielten weiterhin vorrangig Erdgas. Es wäre außerdem vorgesehen, dass Industrie- bzw. Großkunden aufgefordert werden, ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Erst in einem weiteren Schritt würden dann bestimmte Großkunden, wie etwa Industriebetriebe, vom Netz genommen.

Werden die Gaspreise weiter steigen?

Durch unsere langfristige Einkaufsstrategie können wir unseren Kunden heute vergleichsweise niedrige Preise fürs Gas bieten. Wie sich allerdings die Gaspreise in den nächsten Jahren angesichts der weltpolitischen Geschehnisse entwickeln, können wir heute noch nicht sagen.